Wasser- und Wärmezähler mit wM-Bus-Funkmodul oder LoRaWAN-Sender, Gateways an Hochbehälter, Heizzentrale oder Verwaltungsgebäude, Netzserver und Plattform in Kundenhand. Statt Ablesetermin und Stichtag: Zählerstände regelmäßig, Verbrauchsverläufe, Meldung bei Ausfall – und ein Export, der direkt in die Abrechnung geht.
Die klassische Zählerablesung ist aufwendig: Termine vereinbaren, Wege fahren, Keller betreten – und am Ende steht nur eine Momentaufnahme an wenigen Stichtagen im Jahr. Zwischen zwei Ablesungen bleibt der Verbrauch im Dunkeln, Leckagen und Auffälligkeiten fallen spät auf.
Mit einem kommunalen Wasser- und Fernwärmeversorger wurde deshalb die Zählerfernauslese umgesetzt: LoRaWAN-Gateways an bestehenden Standorten des Versorgers, Wasser- und Wärmezähler mit LoRaWAN- und wM-Bus-Sendern, ein eigener Netzserver und eine eigens entwickelte Plattform, die beide Sparten in einer Oberfläche zusammenführt – Zählerstände, Verbrauchsverläufe, Meldung bei Zählern ohne Empfang. Das Ergebnis: Der Stichtag ist abgelöst, Verbräuche sind laufend nachvollziehbar, Vor-Ort-Termine entfallen.
Die Plattform ist keine Machbarkeitsstudie, sondern heute im laufenden Betrieb – und wird mit den Anforderungen des Versorgers weiterentwickelt. Dieselbe Basis lässt sich auf andere Versorgungsgebiete, Werksgelände und Liegenschaften übertragen; Bestandszähler mit wM-Bus werden über Bridges eingebunden.
Für die Fernauslese von Verbrauchszählern haben sich zwei Funktechniken etabliert. wM-Bus steckt bereits in vielen Zählern, LoRaWAN überbrückt ganze Versorgungsgebiete. Welche passt, hängt vom Bestand, der Fläche und dem Ziel ab – häufig ist es die Kombination.
Wireless M-Bus ist der europäische Standard für Verbrauchszähler. Viele Wasser- und Wärmezähler senden damit ab Werk – oder lassen sich mit einem Funkmodul nachrüsten.
Eine offene Funktechnik mit Reichweiten von mehreren Kilometern und sehr geringem Energiebedarf. Wenige Gateways decken ein ganzes Versorgungsgebiet ab – auch entlegene Zählerpunkte.
Bestandszähler mit wM-Bus werden über Bridges in das LoRaWAN-Netz eingebunden. So bleiben vorhandene Zähler erhalten, während die Auslesung über das ganze Gebiet stationär läuft – und alles in derselben Plattform landet.
Wasser- und Wärmezähler erfassen den Verbrauch und senden ihre Werte per wM-Bus oder LoRaWAN – verschlüsselt und in festen Intervallen.
Gateways an geplanten Standorten empfangen die Funksignale – wM-Bus-Bridges binden Bestandszähler ein – und leiten sie gebündelt weiter.
Die Plattform entschlüsselt, prüft und speichert die Werte und führt Wasser und Wärme in einem Datenbestand zusammen.
Aktuelle Stände, Verbrauchsverläufe und Auffälligkeiten – übersichtlich in einer Oberfläche, jederzeit abrufbar.
Stichtagswerte und Verläufe gehen per Export oder Schnittstelle in Abrechnung und Fachsysteme – ohne manuelles Abtippen.
Zählerliste mit Typ, Baujahr und Funkschnittstelle, Begehung ausgewählter Zählerpunkte. Ergebnis: welche Zähler senden schon, welche bekommen ein Funkmodul, welche werden beim nächsten Eichwechsel getauscht.
Gateway-Standorte auf eigenen Gebäuden des Versorgers – Hochbehälter, Heizzentrale, Rathaus.
Geräte im Netzserver registrieren, Schlüssel einspielen, Sendeintervall einstellen, ersten Empfang prüfen. Jeder Zählerpunkt wird mit Adresse, Zählernummer und empfangendem Gateway dokumentiert.
Zählerstände und Verbrauchsverläufe, Vergleich zum Vorjahr, Alarm bei Rückfluss, Dauerdurchfluss oder fehlendem Empfang. Wasser und Wärme in einer Oberfläche, Zugänge und Daten beim Versorger.
Stichtagswerte als CSV oder Excel für die Abrechnungssoftware, Schnittstelle (REST) für Fachsysteme. Das Format wird mit dem Abrechnungsdienstleister abgestimmt, damit nichts mehr abgetippt wird.
Gateways, Netzserver und Datenfluss im laufenden Monitoring. Zähler ohne Empfang werden nach definierter Zeit gemeldet, Updates für Gateways und Plattform laufen im Wartungsfenster – nicht erst beim nächsten Stichtag fällt etwas auf.
Die Ablesung läuft automatisch – das spart Wege, Terminabsprachen und Zutritt zu fremden Kellern.
Ungewöhnliche Verläufe – etwa Dauerdurchfluss bei Nacht – fallen sofort auf, nicht erst nach Monaten.
Wasser und Wärme gebündelt an einer Stelle, statt getrennter Insellösungen pro Sparte oder Hersteller.
Netz, Plattform und Zugänge gehören dem Versorger. Kein Vendor-Lock-in, Export jederzeit möglich.
Nicht zwingend. Viele Wasser- und Wärmezähler haben bereits eine wM-Bus-Funkschnittstelle oder lassen sich mit einem Funkmodul nachrüsten. Bei Zählern ohne Schnittstelle bietet sich der Tausch im Rahmen des regulären Eichwechsels an. Welche Zähler im Bestand geeignet sind, zeigt die Bestandsaufnahme.
wM-Bus ist der in Europa etablierte Standard für Verbrauchszähler mit kurzer Reichweite – typisch für Walk-by- oder Drive-by-Auslesung und Gebäude. LoRaWAN überbrückt mehrere Kilometer und eignet sich für die stationäre Auslese über ein ganzes Versorgungsgebiet. Beide Techniken lassen sich kombinieren: wM-Bus-Zähler werden über Bridges in das LoRaWAN-Netz eingebunden.
Dem Versorger beziehungsweise Betreiber. Die Zählerdaten werden verschlüsselt übertragen und in einer Plattform zusammengeführt, deren Zugänge beim Kunden liegen. Export in Abrechnungs- oder Fachsysteme ist vorgesehen – ein Vendor-Lock-in nicht.
In den meisten Fällen ja. LoRaWAN ist auf gute Gebäudedurchdringung ausgelegt, und die Gateway-Standorte werden im Rahmen der Funkplanung so gewählt, dass auch schwierige Zählerpunkte erreicht werden.
Ja. Mit einem kommunalen Wasser- und Fernwärmeversorger wurde die Zählerfernauslese umgesetzt und abgeschlossen: Zähler senden ihre Werte per LoRaWAN und wM-Bus an eine eigenentwickelte Plattform, die heute im Regelbetrieb genutzt und weiterentwickelt wird.
Ob Wasser, Wärme oder beides, ob Versorgungsgebiet oder Werksgelände – im unverbindlichen Erstgespräch wird geklärt, was der Bestand hergibt und wie ein Einstieg aussehen kann.